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Österreichische Musikzeitschrift (ÖMZ), 1-2/2005
Duo Becker-Bender / Kern
Als wäre es das Selbstverständlichste von der Welt intonierten Tanja Becker-Bender /Violine und Oliver Kern /Klavier am Beginn ihres Duo-Abends im Brahms-Saal des Musikvereins die - noch frühe (1953) - 2. Violinsonate von Friedrich Cerha und lieferten schon damit ein Meisterstück überlegt-überlegenen, gleichwohl intensivst erlebten Musizierens. Ob es die gleichsam gregorianisch fließenden Passagen des 2., oder die Tonkaskaden des 3. Satzes waren: Es handelte sich um den überzeugenden Vorgang, dass herausragende junge Musiker mit dem Werk eines lebenden, zum Zeitpunkt der Komposition etwa ebenso jungen, Komponisten (auf den sie durch eigenes waches Interesse im Umfeld des Beethoven-Festes Bonn 2003 mit dem Schwerpunkt Wiener Schule gestoßen waren) das Publikum begeistern. Mit erstaunlicher musikalischer Reife - Becker-Bender ist Jahrgang 1978, Oliver Kern einige Jahre älter und schon u.a. als Beethoven-Wettbewerb-Sieger (ÖMZ 57/6/S. 44) bewährt - gepaart mit höchster Sensibilität wurden dann zwei Hauptwerke der Klavier-Violinliteratur präsentiert. Dabei erwies sich nach Schumanns fantasievoll-kühner Sonate op. 121 auch Wolfgang Rihms herb-konturierte "Zeichnung für Klavier" antlitz als überzeugend - auch als Kontrast zur fulminant-strahlenden Kreutzer-Sonate Beethovens als abschließender Höhepunkt. Zwei (aus dem Raum Stuttgart kommende) international bereits sehr erfolgreiche junge Musiker, die auch in Wien nachdrücklich auf sich aufmerksam machen konnten.
Prof. Dr. Marion Diederichs-Lafite (Herausgeberin)
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